Autofreie Samstage in Olching

Bild:
Verlehr
Ereignisdatum
25.06.2020

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu dem Bericht über den Antrag der Grünen zu zwei autofreien Samstagen und dem Interview von Nadine Klinder, Vorstand des Stadtmarketing Olching e.V., darf ich folgendes anmerken:

Ich bin erstaunt, welchen breiten Raum in der Berichterstattung der Beschluss gefunden hat, einen Antrag zu prüfen. Bei vielen flüchtigen Betrachter wird dadurch der Eindruck erweckt, dass  autofreie Samstagen stattfinden und nur noch das Wie geklärt werden müsse. Ich warne davor, Olching zur Unzeit zum Experimentierfeld zu erklären. Die Hauptstraße ist die einzige leistungsfähige Verbindung zwischen den diesseits und jenseits der Bahn liegenden Stadtteilen. Diese an verkehrsstarken Samstagen, an denen auch sonstiger Lieferverkehr diese Straße nutzt, zu kappen und Fahrzeuge, die weder durch die kleine Unterführung noch die Fünf-Löcher-Brücke passen, über die B 471 in den Norden von Olching zu schicken und umgekehrt, ist nicht nur ökologisch unsinnig. Dass aus der Hauptstraße verdrängter Verkehr in die dazu zu kleinen Nebenstraße abgedrängt wird, liegt auf der Hand. Das Argument, dass die Corona bedingten Abstände auf einer autoleeren Straße bestens eingehalten werden können, ist unsinnig. Denn dieses Experiment findet in einer Ausnahmesituation statt, lässt also keine Rückschlüsse aus die Situation zu normalen Zeiten zu. Ferner stehen mit der Paulusgrube Planungen an, die sich enorm auf die Hauptstraße auswirken werden, also auch nicht erprobt werden können. Nach der jetzt ausgelegten und von den Grünen gebilligten Planung wird dadurch ein Mehrverkehr von etwa 5.000 Fahrzeugen ausgelöst, der über die ohnehin überlastete Hauptstraße abgewickelt werden soll. Wo soll dieser an einem autofreien Samstag hin?
Also: Warten wir die Stadtmitteplanung ab, prüfen deren Auswirkungen auf die Hauptstraße, überlegen uns ein Gesamtkonzept für die Verkehrsabläufe in Olching mit einer Verbesserung der Aufenthaltsqualität in der Hautstraße, und stopseln nicht blind herum, nur weil das gut klingt. Dadurch werden einerseits nicht erfüllbare Erwartungen geweckt, andererseits Enttäuschungen, Frustrationen, Verärgerungen an anderer Stelle erzeugt, die die Abwehrspannungen gegenüber Planungen der Stadt erhöhen werden. 


Mit freundlichen Grüßen
Ewald Zachmann